Retargeting Ads: Wie Sie interessierte Nutzer zurückholen und Conversions steigern
Retargeting Ads helfen dabei, Website-Besucher erneut anzusprechen, die bereits Interesse gezeigt, aber noch keine Conversion ausgelöst haben. Viele Nutzer konvertieren nicht beim ersten Besuch – genau deshalb kann Retargeting im Performance Marketing einen großen Unterschied machen. Richtig eingesetzt reduzieren Retargeting-Ads Warenkorbabbrüche, entwickeln Leads weiter und nutzen bestehende Werbebudgets effizienter. Wir zeigen Ihnen, wie Retargeting funktioniert, welche Arten es gibt, wie Sie eine Kampagne aufsetzen und worauf Sie bei Strategie, Datenschutz und KPIs achten sollten.
Was sind Retargeting Ads?
Retargeting Ads (Retargeting: engl. für „erneute Zielgruppenansprache“) sind Anzeigen, die gezielt an Nutzer ausgespielt werden, die bereits eine Website besucht, mit einer App, Marke oder einem Angebot interagiert haben. Die Wiederansprache kann über verschiedene Werbemittel und Kanäle erfolgen. Über Banner Ads können User auf Webseiten und in Shops erneut angesprochen werden, Social Ads greifen das Interesse in sozialen Netzwerken wieder auf und Videoanzeigen können komplexere Angebote kurz erklären oder Vertrauen aufbauen. Ein großer Teil der Website-Besucher konvertiert nicht beim ersten Besuch. Gemeint sind also Werbeanzeigen, die Nutzer zurückholen sollen, nachdem sie bereits Interesse gezeigt, aber noch keine Conversion ausgelöst haben.
Typische Zielgruppen für Retargeting Ads
- Besucher bestimmter Produkt- oder Leistungsseiten
- Nutzer, die ein Formular begonnen, aber nicht abgeschickt haben
- Warenkorbabbrecher im E-Commerce
- Nutzer, die ein Video angesehen oder mit Social-Media-Inhalten interagiert haben
- Bestandskunden für Cross-Selling, Up-Selling oder Reaktivierung
Retargeting ist damit vor allem im Mid- und Lower-Funnel relevant: Die Nutzer kennen das Angebot bereits, brauchen aber einen weiteren Impuls, mehr Vertrauen oder ein konkreteres Angebot.
Wo liegt der Unterschied zwischen Retargeting und Remarketing?
Retargeting und Remarketing werden im Alltag oft als synonym verwendet. Fachlich lässt sich aber eine sinnvolle Unterscheidung treffen: Retargeting meint meist die erneute Ansprache über bezahlte Anzeigen auf Basis von Website-, App- oder Interaktionsdaten über Plattformen wie Google oder Meta Ads. Remarketing wird oft weiter gefasst und umfasst auch E-Mail-Listen, CRM-Daten und Bestandskundenkommunikation.
Warum sind Retargeting Ads oft effektiv?
Retargeting Ads wirken, weil sie auf vorhandenem Interesse aufbauen. Ein Nutzer, der bereits eine Produktseite besucht, eine Preisseite geöffnet oder einen Warenkorb befüllt hat, ist in der Regel näher an einer Conversion als ein völlig neuer Kontakt. Dadurch können Retargeting-Kampagnen häufig effizienter arbeiten als reine Neukundenkampagnen.
Das bedeutet aber nicht, dass Retargeting automatisch profitabel ist. Entscheidend sind sauberes Tracking, sinnvolle Segmentierung, passende Creatives, realistische Frequenzen und eine Erfolgsmessung, die nicht nur Last-Click-Conversions betrachtet.
Welche Arten von Retargeting Ads gibt es?
Retargeting über Display Ads
Standard Retargeting spricht frühere Website-Besucher über Banner erneut an. Diese Form eignet sich besonders, um Nutzer an ein Angebot zu erinnern, Vertrauen aufzubauen oder einen nächsten Schritt anzustoßen.
Dynamic Retargeting
Dynamic Retargeting zeigt Nutzern personalisierte Anzeigen mit konkreten Produkten oder Angeboten, die sie sich zuvor angesehen haben. Diese Variante ist besonders stark im E-Commerce, weil Produktfeed, Nutzerverhalten und Anzeige miteinander verbunden werden.
Search Retargeting und RLSA
Bei RLSA, also Remarketing Lists for Search Ads, werden frühere Website-Besucher in Suchkampagnen berücksichtigt. Dadurch können Gebote, Anzeigen oder Keywords für Nutzer angepasst werden, die bereits mit der Website interagiert haben.
Social Media Retargeting
Social Media Retargeting spricht Nutzer in sozialen Netzwerken erneut an. Neben Website-Besuchern können hier auch Engagement-Zielgruppen genutzt werden, etwa Personen, die ein Video angesehen, ein Profil besucht oder mit einem Lead-Formular interagiert haben. Diese Form eignet sich besonders, wenn visuelle Creatives, Social Proof oder kurze Erklärformate wichtig sind.
CRM- und Customer-List-Retargeting
Beim CRM-Retargeting werden bestehende Kundendaten, zum Beispiel E-Mail-Adressen oder Telefonnummern, datenschutzkonform in Werbeplattformen genutzt. Die Plattform gleicht diese Daten mit Nutzerkonten ab und bildet daraus Zielgruppen.
Wo schaltet man Retargeting Ads?
Retargeting Ads werden über Werbeplattformen oder Werbenetzwerke geschaltet. Welche Plattform gewählt wird, hängt vor allem davon ab, in welchem Umfeld Nutzer nach dem ersten Kontakt erneut erreicht werden sollen und welche Daten Sie nutzen können.
Beispiele:
- Google Ads ermöglicht Retargeting über verschiedene Google-Werbeumfelder hinweg, zum Beispiel in der Google-Suche, auf YouTube oder auf Websites im Google Displaynetzwerk.
- Meta Ads spielt Retargeting-Anzeigen in sozialen Werbeumfelder wie Facebook und Instagram aus.
- LinkedIn Ads ermöglicht die Wiederansprache innerhalb des LinkedIn-Netzwerks, zum Beispiel im Feed oder über gesponsorte Inhalte.
- TikTok Ads spielt Retargeting-Anzeigen innerhalb der App aus, vor allem über kurze Videoformate.
Entscheidend ist nicht nur die Plattform, sondern viel mehr ob Zielgruppe, Datenbasis, Anzeigenformat und Kampagnenziel zusammenpassen.
Wann lohnt sich Retargeting für Unternehmen?
Retargeting lohnt sich, wenn genügend relevante Nutzerinteraktionen vorhanden sind, eine klare Conversion definiert ist und die Wiederansprache wirtschaftlich sinnvoll bleibt. Ohne ausreichende Datenbasis oder sauberes Tracking kann Retargeting schnell zu klein, zu ungenau oder nicht messbar werden.
Für welche Unternehmen ist Retargeting besonders sinnvoll?
Retargeting Ads eignen sich besonders für Unternehmen, bei denen Nutzer mehrere Touchpoints bis zur Entscheidung brauchen.
- E-Commerce: Warenkorbabbrecher, Produktseitenbesucher, Cross-Selling nach Kauf
- SaaS: Demo-Anfragen, Trial-Nutzer, Pricing-Page-Besucher, Feature-Interesse
- B2B-Dienstleister: Besucher von Leistungsseiten, Whitepaper-Downloads, Webinar-Teilnehmer
- Recruiting: Karriereseiten-Besucher, Bewerbungsabbrüche, Zielgruppen mit Arbeitgeberinteresse
- Bildung und Seminare: Kursinteressenten, abgebrochene Anmeldungen, Webinar-Teilnehmer
- Tourismus und Buchungsplattformen: Such- und Buchungsabbrüche, Zielgebietsinteresse
Budget-Planung: Was kosten Retargeting Ads?
Die Kosten können stark variieren und sind abhängig von Plattform, Zielgruppengröße, Wettbewerb, Anzeigenformat und Kampagnenziel. Retargeting-Anzeigen werden je nach Setup über Sichtkontakte, Klicks oder angestrebte Abschlüsse bewertet.
Welche Abrechnungsmodelle sind bei Retargeting üblich?
Bei Retargeting-Kampagnen können je nach Plattform und Kampagnenziel unterschiedliche Kostenmodelle relevant sein:
- CPM (Cost per Mille): Kosten pro 1.000 Impressionen, vor allem relevant bei Reichweite und Sichtbarkeit
- CPC (Cost per Click): Kosten pro Klick, sinnvoll zur Bewertung der Traffic-Kosten
- CPA (Cost per Acquisition): Kosten pro Abschluss, wichtig bei Käufen, Buchungen oder Anfragen
- CPL (Cost per Lead): Kosten pro Lead, relevant bei Kontaktanfragen, Formularen oder Demo-Anmeldungen
- ROAS (Return on Advertising Spend): Umsatz im Verhältnis zu den Werbekosten, besonders wichtig im E-Commerce
Welches Budget ist für Retargeting realistisch?
Anhand von Plattform, Zielgruppengröße, Kampagnenziel und Wettbewerb, wird das Budget individuell entschieden. Als Orientierung gilt:
- Retargeting im Google Displaynetzwerk kann oft mit kleineren Tagesbudgets ab etwa 5 € getestet werden, wenn die Zielgruppe groß genug ist.
- Für YouTube-Retargeting sollte ein Tagesbudget ab etwa 20 € eingeplant werden, damit genügend Ausspielungen und Daten für die Optimierung entstehen.
- LinkedIn-Retargeting benötigt meist ein höheres Startbudget, da die Klickpreise im B2B-Umfeld oft höher sind.
Wie funktionieren Retargeting Ads technisch?
Retargeting Ads basieren darauf, das Verhalten von Nutzern zu tracken und Zielgruppen zu bilden. Dafür werden technische Signale erfasst, zum Beispiel über Tags, Pixel, App-Events, Plattforminteraktionen oder hochgeladene Kundendaten. Sobald ein User eine bestimmte Handlung auf einer Website oder in einer App ausführt, wird diese Information gespeichert und kann für gezielte Werbeausspielungen genutzt werden.

Der Ablauf ist simpel:
- Ein Nutzer besucht eine Website oder interagiert mit einem digitalen Touchpoint.
- Ein Tag, Pixel oder Event-System erfasst diese Interaktion – sofern die nötigen Cookie- bzw. Tracking- Einwilligungen vorliegen und das Tracking die technischen Voraussetzungen erfüllt.
- In der jeweiligen Werbe- oder Analyseplattform, zum Beispiel in Google Ads oder Meta Ads Manager, können entsprechende Zielgruppen angelegt werden. Ist die Zielgruppe mit ihren spezifischen Merkmalen und Signalen definiert, wird sie automatisch befüllt.
- Über eine Werbeplattform wie Google, Meta, LinkedIn oder TikTok wird die Kampagne gesteuert. Die Ausspielung erfolgt jedoch im jeweiligen Werbeumfeld, also zum Beispiel auf Websites im Google Displaynetzwerk, in der Google-Suche, auf YouTube, im LinkedIn-Feed oder auf Instagram. Das ist davon abhängig, wo die Zielgruppe erreichbar ist, und welche Kampagnenart genutzt wird.
- Die Kampagne sollte anschließend anhand von KPIs wie Conversion Rate, CPA oder ROAS bewertet und gezielt optimiert werden, zum Beispiel durch Anpassungen an Zielgruppen, Budgets, Creatives oder Anzeigenfrequenz.
Welche Daten werden für Retargeting genutzt?
Für Retargeting können verschiedene Daten genutzt werden, sofern sie rechtlich zulässig erhoben und technisch sauber verarbeitet werden. Dazu zählen vor allem Website-Daten wie besuchte Seiten, angesehene Produkte oder Warenkorbabbrüche, aber auch Conversion-Events wie Kauf, Lead oder Terminbuchung. Ergänzend können Produktdaten, CRM-Informationen oder Plattforminteraktionen wie Video Views und Social Engagement genutzt werden, um Zielgruppen genauer zu segmentieren und Retargeting Ads relevanter auszuspielen.
Schritt für Schritt Anleitung: Wie erstelle ich Retargeting Ads?
Zuerst definieren Sie, welche Handlung durch Retargeting ausgelöst werden soll. Umso konkreter das Ziel, desto besser lassen sich Zielgruppen, Anzeigen und KPIs ableiten. Dabei gibt es unterschiedliche Ziele, die Sie individuell auf Ihr Unternehmen anpassen können. Dazu gehören zum Beispiel, Kaufabschlüsse steigern, Leads generieren oder Nutzer zur Rückkehr auf eine Pricing-Site bewegen.
Anschließend richten Sie das Tracking entsprechend der gewünschten Aktionen ein und prüfen, ob alle Tags, Pixel und Events nur im zulässigen Rahmen ausgelöst werden.
Dazu sind je nach Plattform und Ziel beispielsweise folgende Tags oder Pixel nötig:
- Google Tag, der beispielsweise über den Google Tag Manager gesteuert wird
- Meta Pixel bzw. Conversions API
- Plattform-Pixel für LinkedIn, TikTok oder andere Kanäle
Für ein erfolgreiches Retagregting ist eine genaue Zielgruppe notwendig. Die Zielgruppe „alle Website-Besucher der letzten 90 Tage“ ist meist zu grob. Deshalb arbeitet erfolgreiches Retargeting mit Segmenten nach Intent, Recency, Wert und Funnel-Stufe.
Sinnvolle Retargeting-Segmente sind klar abgegrenzte Nutzergruppen. Dazu gehören zum Beispiel Besucher einzelner Produkt-, Kategorie-, oder Leistungsseiten, Warenkorbabbrecher, Formularstarter oder Käufer. Diese Gruppen sollten unterschiedlich angesprochen werden, je nachdem, wie nah sie bereits an einer Conversion sind
Um eine Kampagnenstruktur aufzubauen, sollten Sie Retargeting-Zielgruppen nach Relevanz und Kampagnenziel trennen, damit Nutzer mit hoher Kaufabsicht, Content-Interessenten und Bestandskunden jeweils mit passenden Botschaften angesprochen werden.
Abschließend gestalten Sie Retargeting-Creatives passend zur Zielgruppe und vorherigen Nutzerinteraktion. Hat ein Nutzer ein Produkt angesehen, einen Warenkorb verlassen oder eine Leistungsseite besucht, sollte die Anzeige genau diesen Kontext aufgreifen. Diese sollte so formuliert werden, dass der Nutzen sofort verständlich wird, Vertrauen entsteht und der nächste Schritt klar erkennbar ist, etwa durch Bewertungen, Referenzen oder eindeutige Call-to-Action-Elemente.
Nach dem Start der Kampagne sollten Sie regelmäßig prüfen, ob Zielgruppen, Anzeigenfrequenz und Creatives sinnvoll zusammenspielen. Beobachten Sie dabei nicht nur die Anzahl der Conversions, sondern auch, welche Zielgruppen Budget verbrauchen, ohne Ergebnisse zu liefern. Wichtig ist außerdem, Anzeichen für Ad Fatigue früh zu erkennen und Käufer oder abgeschlossene Leads konsequent auszuschließen. So lässt sich die Retargeting-Kampagne optimieren und wirtschaftlich steuern.
Wie kann eine Retargeting-Kampagne aussehen?
Ausgangssituation
Ein Weiterbildungsanbieter möchte die Anmeldungen für einen bestimmten Kurs steigern. Über eine laufende Google-Search-Kampagne wird die Kursseite bereits häufig aufgerufen. Es gibt also relevanten Traffic und erkennbares Interesse, aber noch nicht genügend Kursanmeldungen.
Strategie
Die Search-Kampagne bringt interessierte Nutzer auf die Kursseite. Retargeting setzt anschließend bei den Personen an, die zwar Interesse gezeigt, aber noch keinen Abschluss ausgelöst haben. Dafür werden Nutzer, die die Kursseite besucht haben, sowie Nutzer mit abgebrochenem Warenkorb per Tracking erfasst und als eigene Zielgruppen definiert. Diese Zielgruppen sollen erneut angesprochen, an die wichtigsten USPs des Kurses erinnert und zur Anmeldung geführt werden.
Kampagnenaufbau
Der Kampagnenaufbau orientiert sich an den zuvor erstellten Retargeting-Zielgruppen, über ihr vorheriges Verhalten auf der Website.
- Targeting: Nutzer, die die Kursseite besucht haben, sowie Nutzer, die den Anmelde- oder Warenkorbprozess begonnen, aber nicht abgeschlossen haben
- Placements: Seiten, Apps oder Kanäle im jeweiligen Werbenetzwerk, auf denen die definierten Nutzer erneut erreicht werden können
- Anzeigenbotschaft: Hinweis auf die wichtigsten USPs des Kurses, zum Beispiel Praxisnähe, Zertifikat, flexible Teilnahme oder begrenzte Plätze
- Landingpage: Rückführung auf die Kursseite oder direkt in den Anmeldeprozess, je nachdem, wie nah die Zielgruppe bereits am Abschluss ist
Optimierung
Wenige Tage nach Kampagnen-Start:
- Placements nachjustieren: Websites, Apps oder Kanäle mit schwachen Performance-Daten ausschließen
- Budget prüfen: Kontrollieren, ob einzelne Zielgruppen zu viel Budget verbrauchen, ohne Abschlüsse zu erzielen
In unserem Blog finden Sie weitere Informationen zur Kostenplanung von Google Ads und der Budgetierung von Facebook Ads, um typische Kostenfaktoren besser einzuordnen und realistische Budgets für Ihre Kampagnen zu planen.
Nach 1-2 Wochen:
- Werbezeit genauer einstellen: Wochentage oder Uhrzeiten ausschließen, die bisher keine Anmeldungen gebracht haben
- Creatives prüfen: Anzeigenvarianten mit wenigen Klicks oder schwacher Conversion Rate pausieren
- Zielgruppen vergleichen: Prüfen, ob Kursseitenbesucher oder Warenkorbabbrecher besser performen
Nach einem Monat:
- Frequenz prüfen: Wenn Nutzer die Anzeigen sehr häufig sehen und Klickrate oder Conversion Rate sinken, Frequenz begrenzen oder Zielgruppenfenster anpassen
- Gebote und Budget anpassen: Budget stärker auf die Zielgruppen legen, die die meisten Abschlüsse zu wirtschaftlichen Kosten erzielen
Nach 2-3 Monaten:
- Creatives austauschen: Neue Motive, Botschaften oder USPs testen, um Ad Fatigue zu vermeiden
- Kampagnenlogik prüfen: Entscheiden, ob weitere Zielgruppen, andere Placements oder ein neuer CTA sinnvoll sind
Ergebnisse und Learnings für ähnliche Kampagnen in der Zukunft
- Im Kontext der beruflichen Weiterbildung waren Apps als Placements wenig erfolgreich und wurden daher frühzeitig nach Kampagnenstart ausgeschlossen.
- An Wochenenden wurden zwar Impressions und Klicks, aber wenige Conversions erzielt. Daher wurde die Ausspielung auf Montag bis Freitag begrenzt.
- Erste Creatives wurden nach etwa zwei Monaten ausgetauscht, nach weiteren vier Wochen wurden erneut die am schwächsten performenden Anzeigen angepasst.
Welche Fehler sollten Sie bei Retargeting Ads vermeiden?
Viele Retargeting-Kampagnen scheitern nicht am Kanal, sondern an unklaren Zielgruppen, fehlendem Ausschlussmanagement oder zu generischen Anzeigen.
Alle Nutzer gleich behandeln
Ein Startseitenbesucher ist nicht so wertvoll wie ein Warenkorbabbrecher. Wer alle Nutzer in einer Zielgruppe zusammenfasst, verliert Relevanz und belastbare Steuerungsmöglichkeiten.
Keine Käufer oder Leads ausschließen
Nutzer, die bereits gekauft oder ein Formular abgeschickt haben, sollten nicht weiter dieselbe Abschlussanzeige sehen. Das wirkt unprofessionell und verschwendet Budget.
Zu hohe Anzeigenfrequenz
Retargeting kann schnell aufdringlich wirken, wenn Nutzer dieselbe Anzeige zu oft sehen. Das erhöht nicht automatisch die Conversion-Wahrscheinlichkeit, sondern kann Ad Fatigue auslösen.
Schwache Creatives verwenden
Retargeting-Anzeigen sind keine Erinnerungsnotiz ohne Nutzen. Wer nur „Jetzt kaufen“ oder „Jetzt anfragen“ kommuniziert, beantwortet keine offenen Fragen.
Retargeting falsch bewerten
Retargeting wird in Last-Click-Modellen häufig sehr stark bewertet, weil es spät in der Customer Journey stattfindet. Das kann den tatsächlichen Zusatznutzen überschätzen.
Welche KPIs sind für Retargeting Ads wichtig?
Retargeting Ads sollten nicht nur anhand von Klicks bewertet werden. Wichtiger ist, ob die Kampagnen zusätzliche Conversions erzeugen und wirtschaftlich zum gesamten Funnel beitragen. Dafür sollten Sie Kennzahlen wie Impressions, Frequenz, CTR (Click-Through-Rate) und CPC (Cost per Click) beobachten, um Reichweite, Anzeigenrelevanz und Traffic-Kosten einzuschätzen. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit sind außerdem Conversion Rate, CPA (Cost per Action) beziehungsweise CPL (Cost per Lead) und ROAS (Return on Ad Spend). Ergänzend können weitere Kennzahlen helfen, den tatsächlichen Zusatznutzen und die Skalierbarkeit der Retargeting-Kampagne realistisch zu bewerten:
KPIs für Retargeting Ads
Ein Überblick
| KPI | Was bedeutet das? | Warum ist das wichtig? |
|---|---|---|
| View-through-Conversions | Conversions, die nach einem Anzeigenkontakt, aber ohne direkten Klick auf die Anzeige entstehen | Hilft einzuschätzen, ob Anzeigen auch ohne Klick zur späteren Entscheidung beitragen. |
| Incremental Lift | Zusätzlicher Effekt, der im Vergleich zu einer Kontrollgruppe entsteht | Zeigt, ob Retargeting wirklich zusätzliche Abschlüsse erzeugt oder nur Nutzer erreicht, die ohnehin konvertiert hätten. |
| Audience-Größe | Anzahl der Nutzer, die in einem Retargeting-Segment verfügbar sind | Zeigt, ob eine Zielgruppe groß genug ist, um sinnvoll bespielt und skaliert zu werden. |
KPIs für Retargeting Ads – Ein Vergleich
View-through-Conversions
- Was bedeutet das? Conversions, die nach einem Anzeigenkontakt, aber ohne direkten Klick auf die Anzeige entstehen.
- Warum ist das wichtig? Hilft einzuschätzen, ob Anzeigen auch ohne Klick zur späteren Entscheidung beitragen.
Incremental Lift
- Was bedeutet das? Zusätzlicher Effekt, der im Vergleich zu einer Kontrollgruppe entsteht.
- Warum ist das wichtig? Zeigt, ob Retargeting wirklich zusätzliche Abschlüsse erzeugt oder nur Nutzer erreicht, die ohnehin konvertiert hätten.
Audience-Größe
- Was bedeutet das? Anzahl der Nutzer, die in einem Retargeting-Segment verfügbar sind.
- Warum ist das wichtig? Zeigt, ob eine Zielgruppe groß genug ist, um sinnvoll bespielt und skaliert zu werden.
Wie misst man den Erfolg von Retargeting richtig?
Der Erfolg von Retargeting sollte immer im Kampagnenkontext bewertet werden. Eine hohe Conversion Rate ist positiv, aber allein nicht ausreichend. Entscheidend ist, ob Retargeting zusätzliche Conversions bringt, die ohne Kampagne nicht entstanden wären. Prüfen Sie die Performance auch je einzelner Audience. So erkennen Sie, ob zum Beispiel Warenkorbabbrecher, Besucher bestimmter Leistungsseiten oder frühere Käufer unterschiedlich gut auf die Anzeigen reagieren. CPA und ROAS sollten außerdem mit anderen Kampagnen verglichen werden, damit klar wird, ob Retargeting wirklich effizient arbeitet. Zusätzlich sollten Sie auf die Frequenzentwicklung im zeitlichen Verlauf achten. Wenn Nutzer eine Anzeige immer häufiger sehen, während Klickrate oder Conversion Rate sinken, kann das auf Ad Fatigue hinweisen.
Datenschutz und Cookieless Retargeting: Was ist wichtig?
Retargeting berührt regelmäßig Datenschutz- und Einwilligungsfragen, weil dabei Nutzerverhalten für personalisierte Werbung verarbeitet wird. Unternehmen sollten Retargeting deshalb immer gemeinsam mit Datenschutz, Consent Management und Tracking Setup planen. Nach Angaben des Bundesbeauftragten für den Datenschutz dürfen personenbezogene Daten nur verarbeitet werden, wenn eine Rechtsgrundlage nach Art. 6 DSGVO vorliegt. Für Retargeting ist außerdem wichtig, dass eine Einwilligung informiert, freiwillig und wirksam eingeholt wird. Die europäischen Datenschutzleitlinien weisen darauf hin, dass eine nicht ausreichend informierte Einwilligung ungültig sein kann.
Ist Retargeting DSGVO-konform?
Retargeting kann DSGVO-konform umgesetzt werden, wenn Rechtsgrundlage, Einwilligung, Transparenz, Dokumentation und Widerruf korrekt umgesetzt sind. In vielen Fällen wird für personalisierte Werbung und Marketing-Cookies eine ausdrückliche Einwilligung benötigt.
Funktioniert Retargeting ohne Cookies?
Retargeting ohne klassische Cookies wird schwieriger, aber nicht unmöglich. Die Entwicklung geht stärker in Richtung First-Party-Daten, serverseitiges Tracking, Consent-basierte Datenverarbeitung, Plattforminteraktionen und kontextuelle Alternativen.
Mögliche Ansätze:
- First-Party-Daten aus Kundenkonto, Newsletter, CRM oder Login-Bereich
- Customer Match und Kundenlisten mit passender Einwilligung
- serverseitiges Tracking zur stabileren Event-Erfassung
- Plattforminteraktionen wie Video-Views oder Lead-Form-Engagement
Häufig gestellte Fragen zu Retargeting Ads
Es gibt keine generell beste Plattform. Google Ads eignet sich für Retargeting in Google-Werbeumfeldern, etwa in der Suche, auf YouTube oder auf Websites im Google Displaynetzwerk. Meta Ads ermöglicht Retargeting in sozialen Werbeumfeldern wie Facebook und Instagram. LinkedIn Ads spielt Retargeting-Anzeigen innerhalb des LinkedIn-Netzwerks aus, zum Beispiel im Feed oder über gesponserte Inhalte. Entscheidend ist, wo Ihre Zielgruppe aktiv ist und welche Daten Sie rechtssicher nutzen können.
Ad Fatigue lässt sich reduzieren, indem Sie Frequency Capping nutzen, Creatives regelmäßig wechseln, begrenzen wie lange Nutzer nach einer Interaktion überhaupt Retargeting-Ads sehen sollen und Nutzer nach einer Conversion ausschließen. Außerdem sollten Anzeigen nicht nur wiederholen, sondern echten Mehrwert bieten.
Das hängt vom Kaufzyklus ab. Warenkorbabbrecher sollten meist kürzer und intensiver angesprochen werden, zum Beispiel über wenige Tage. Allgemeine Website-Besucher können je nach Entscheidungsdauer auch über mehrere Wochen in einer Audience bleiben. Wichtig ist, alte oder nicht mehr relevante Nutzer regelmäßig auszuschließen.
Sie benötigen Unterstützung beim Aufsetzen Ihrer Retargeting-Kampagnen oder bei der Optimierung Ihrer Anzeigenstrategie im Allgemeinen?







